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Wie eröffnet man einen Indoor-Spielplatz?

Patrick und Marianne van Leuveren haben einen Traum. Sie möchten eine große Indoor-Spielanlage für Kinder zwischen 0 und 12 Jahren eröffnen. Den Businessplan haben sie schon fast fertig. Jetzt müssen sie sich noch um einen Standort und um die Finanzierung kümmern. Henk van den Broek, Betreiber der Spielfarm Hullie in Uden, versorgt das Paar in der Zwischenzeit mit interessanten Hintergrundinformationen.

Patrick und Marianne planen schon lange, sich selbstständig zu machen. Mit Patricks langjähriger Erfahrung in dieser Branche und ihren Ideen scheint eine Indoor-Spielanlage geradezu ideal. Um noch mehr Inspiration zu sammeln und um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie es bei anderen Betreibern so läuft, haben sie viele andere Spielanlagen besucht. Außerdem haben Sie eine Unternehmensberatung engagiert, die ihnen beim Schreiben des Businessplans hilft und sie bei der Finanzierung berät. „Sie koordinieren die Finanzierung und unterstützen uns bei allem, was beim Aufbau unseres Unternehmens so auf uns zukommt. Obwohl wir viel selbst machen, ist es immer sinnvoll, einen erfahrenen Partner an seiner Seite zu haben. Sobald der Businessplan steht, werden wir sehen, welche Finanzierungsform am besten dazu passt. Beispiele für mögliche Finanzierungen wären Crowdfunding, ein Investor oder ein Finanzierungsmix.“

Qualität und Service im Mittelpunkt

De Van Leuverens versuchen, so viele Informationen und Tipps wie möglich zu sammeln, um auf alles vorbereitet zu sein. „Manche Betreiber haben regelrecht aus dem Nähkästchen geplaudert und wir durften von ihren Erfahrungen profitieren. Das ist unglaublich wertvoll für uns“, meint Patrick, der in Sachen Einrichtung seines „Traumpalastes“ vertrauensvoll an ELI Play gewandt hat. „ELI Play denkt mit und berät uns zur Machbarkeit und zur Originalität unserer Ideen. Unseren Schwerpunkt setzten wir einerseits bei aktiver Betätigung und abenteuerlichem Spielspaß für die Kinder und anderseits beim Komfort für Eltern bzw. Betreuer. Qualität und Service stehen im Mittelpunkt. Das Gesamtkunstwerk wird übrigens ein einheitliches Thema haben. Welches das sein wird, das verraten wir natürlich nicht. Noch nicht.“

Unternehmerblut

Henk nickt. Sich bei Experten umzuhören, kann nie schaden, meint er. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Bevor es aber ans Eingemachte geht, will er erst einmal wissen, wie viel Unternehmerblut in Patrick (41) und Marianne (44) steckt. Patrick antwortet, dass er zwar noch nie selbstständig war, dafür aber bei zwei Unternehmensneugründungen stark involviert war. „Als Geschäftsführer und Filialleiter von Indoor-Spielanlagen und Gastronomiebetrieben habe ich schon vieles erlebt und konnte reichlich Erfahrungen sammeln.“

Marianne ergänzt, dass sie seit acht Jahren selbstständige Heilpraktikerin ist. „Meine Praxis läuft zwar gut, wirft aber nicht genügend ab, um eine Familie zu ernähren. Deswegen habe ich beschlossen, zusammen mit Patrick eine Indoor-Spielanlage aufzubauen und unseren gemeinsamen Traum zu verwirklichen.“ 

Selbstvertrauen

Henk warnt das Ehepaar davor, zu viel Kontrolle aus der Hand zu geben. „Habt Selbstvertrauen und macht euer eigenes Ding. Wenn ihr später mit den Leuten von der Bank und von der Stadtverwaltung an einem Tisch sitzt, müsst ihr auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen können. Damit sie sehen, dass ihr es ernst meint. Und damit von Anfang an klar ist, wer ihr seid und was ihr wollt. Wenn es hart auf hart kommt, ist man ohnehin auf sich gestellt. Fremde können das alles nie so gut wie ihr selbst.“ 

Habt Selbstvertrauen und macht euer eigenes Ding.

Henk van den Broek

Auch an die Erwachsenen denken

Für mindestens genauso wichtig hält Henk die Originalität. Er freut sich über die Aussage von Patrick und Marianne, dass sie „immer ein wenig mehr bieten“ möchten. Sie möchten ein Topteam zusammenstellen aus Menschen, die gerne zur Arbeit kommen und die zupacken wollen. Patrick: „Letztlich müssen wir alle zusammen dafür sorgen, dass Qualität, Service und Kundenfreundlichkeit stimmen. Damit kann man sich unterscheiden. Klar, man kann Kunden schnell zu einem ersten Besuch locken. Die Kunst besteht aber darin, dass sie auch wiederkommen. Wir hoffen, dass wir unsere Gäste demnächst mehr als nur einmal sehen.“

Man kann Kunden schnell zu einem ersten Besuch locken. Das ist nicht das Problem.  Die Kunst besteht darin, dass sie auch wiederkommen.

Patrick

Henk ist zufrieden. Eine wichtige Erkenntnis hat das Paar bereits verinnerlicht. „Kinder spielen überall, das ist nicht das Problem. Wichtig ist, dass man auch für Erwachsene eine angenehme Umgebung schafft. Man muss eine ordentliche Gastronomie mit einer guten Speisekarte anbieten. Wenn man damit überrascht, kommen die Gäste gerne wieder.“ 

Die Finanzierung

Der Businessplan von Patrick und Marianne ist fast fertig. Sobald sie einen geeigneten Standort gefunden haben, kann aus dem Plan ein Konzept werden und man kann sich der Finanzierung widmen. „Und damit wären wir bei unserer größten Sorge. Bekommen wir eine geeignete Finanzierung? Und welches private Risiko gehen wir damit ein? Als Familie mit kleinen Kindern muss man bei solchen Entscheidungen manchmal schon schlucken“, berichtet Patrick.

Standortfrage

Henk wiederum sieht den Standort als größeres Problem. „Man muss viele Punkte bedenken. Wohnen genügend Kinder im Einzugsgebiet? Wie sieht es mit Neubaugebieten und Zuzug aus? Gibt es in der Gegend Tourismus? Ist eure Spielanlage für Familien so attraktiv, dass sie eventuell eine längere Anreise in Kauf nehmen? Wenn all das zutrifft, gebe ich allen Betreibern noch einen guten Rat: Bloß nicht im Industriegebiet ansiedeln! Denn wenn ein Gebäude von außen wie eine Fabrik wirkt, muss man im Inneren doch schon einiges auf die Beine stellen, wenn man sich abheben will. Dann schon lieber ein ehemaliges Schwimmbad oder eine leer stehende Tennishalle. Daraus kann man mehr machen.“

Patrick und Marianne van Leuveren stehen kurz vor der Umsetzung ihrer eigenen Kinderspielanlage

Das beste Ausflugsziel

Henks Spielfarm Hullie liegt im Umland der südniederländischen Kleinstadt Uden. Hier hat er vor 18 Jahren seinen Bauernhof zu einer Spielfarm umgebaut. Mit einem Indoor- und Outdoor-Spielplatz, einem Wasserspielbereich, gemütlichen Sitzgelegenheiten, und das alles schön hell, mit guter Aussicht und ebenso gutem Essen. Das Konzept kommt bei den Besuchern offenbar gut an: Hullie wurde in der Kategorie Spielplätze zum Besten Ausflugsziel 2017 gewählt.

Originalität ist ein Muss

Aber in der Anfangsphase sah es nicht so rosig aus. Henk: „Diese Startschwierigkeiten, da muss jeder Betreiber durch. Ich weiß natürlich nicht, wie viel Geld Patrick und Marianne auf der hohen Kante haben, aber das Eigenkapital ist in der Regel immer schnell aufgebraucht. In dieser Branche ist man schnell mal um 100.000 oder sogar 200.000 Euro ärmer, bevor man überhaupt richtig loslegen kann. Deswegen ist es sinnvoll, sich nicht sofort mit dem Kauf einer Immobilie zu verausgaben, sondern erst einmal Räumlichkeiten zu mieten. Aber das Allerwichtigste ist und bleibt die Originalität. Die Konkurrenz schläft nicht und wird immer größer. Man muss sich vom Mittelmaß abheben, um erfolgreich zu sein. Sein eigenes Ding machen und das Konzept bis ins letzte Detail umsetzen. Erst muss eine gute Präsentation her und dann erläutert ihr euren Plan mit Leidenschaft. Wenn alles passt und wenn eure Fachkompetenz außer Zweifel steht, dann findet sich immer ein externer Geldgeber, der in euren Traum investiert.“ 


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