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Alles unter einem Dach

Dream & Consider

„Wow, wir machen eine Fernsehshow“

Für Endemol Shine ist Big Bounce ein „Traumprojekt“

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ELI Play liefert Indoor-Trampolinpark für RTL-Show Big Bounce

Das Telefon klingelte. Endemol war dran. Ja genau, Endemol! Ob die Herren von ELI Play so schnell wie möglich in die Kölner Endemol-Zentrale kommen könnten. Der Grund? Aber bitte, nicht hier am Telefon. Chefdesigner Bartek Kusztal: „Als wir dort wieder losfuhren, dachte ich: Wow, wir machen eine Fernsehshow!“

Sie sitzen brüderlich nebeneinander: René van de Ven, Managing Director von ELI Play Niederlande, spricht ruhig und entschlossen. Neben ihm sitzt Bartek. Er kann sich die ganze Zeit irgendwie das Grinsen nicht verkneifen. „Wisst ihr, wie wir uns den Parcours für Endemol ausgedacht haben?“, fragt er, und spricht weiter, ohne auf die Antwort zu warten: „Wir haben uns Videospiele reingezogen. Von vorne bis hinten! Konsolenspiele aus den 90ern, wie Super Mario. Sehr inspirierend!“

Rückschlag

Kurzer Rückblick auf den Juni 2017: Endemol Shine, wie der Konzern schon seit einigen Jahren heißt, hat ein Problem. In den Niederlanden wurde ein neues TV-Format entwickelt. Eine Challenge mit Geräten und Trampolinen: The Big Bounce. Aber das Unternehmen hat sich mit dem Unternehmen, das die Geräte liefern sollte, festgefahren. Auf der internationalen Medienmesse in Cannes wurde schon ein Trailer gezeigt, aber der Aufbau des Parcours geht mächtig ins Geld. Mit einer derartigen Rieseninvestition hat man offenbar nicht gerechnet.

Rettender Engel

Endemol Deutschland ist an sich ein Unternehmen, das vor größeren Budgets nicht zurückschreckt. Gemeinsam mit RTL erkennt man das Potenzial. Der derzeitige Lieferant kann das Projekt nicht innerhalb des erwarteten Zeitplans liefern. Was nun? Ein neuer Partner musste her. Ein Partner, der die Erwartungen wahr machen kann. Und am besten schnell. Denn Zeit lief davon: Für November waren bereits die ersten Aufzeichnungen der Sendung geplant. Auf ihrer Suche nach einem „rettenden Engel“ landete man bei Superfly, dem Betreiber des anspruchsvollsten Trampolinparks in ganz Deutschland. ELI Play ist Exklusivlieferant für Trampolinparks dieser Kette und schon kurze Zeit später klingelte dort das besagte Telefon.

Mission Impossible

Die Anfrage hat es in sich: Kann ELI Play mit begrenztem Budget dem Projekt aus der Patsche helfen? Chefdesigner Bartek machte einen Freudensprung. Ihn juckte es sofort in den Fingern. „Eine Fernsehshow? Geil!“ Managing Director René blieb erst einmal cool: „Natürlich ist das eine Wahnsinnschance. Aber wenn wir das machen, dann nur als gleichwertige Partner, die auf Augenhöhe verhandeln. Damit beide Seiten etwas davon haben.“

Von Anfang an herrschte absoluter Hochdruck. Innerhalb von drei Wochen mussten das Konzept und die Finanzierung auf dem Tisch liegen. Normalerweise ein aussichtsloses Unterfangen. Um nicht zu sagen: Mission Impossible.

Den Nagel auf den Kopf getroffen

Aber ELI Play hat eigene Designer und Produktionsteams. Deswegen konnte man schnell schalten. In kürzester Zeit wurden 25 unterschiedliche Geräte entworfen, mit denen sich ein toller Parcours zusammenstellen lässt. „Das haben wir Endemol als ersten Eindruck vorgelegt. Die waren ganz aus dem Häuschen“, erzählt René.

Aufbau in acht Tagen

Dann kam die zweite Hürde. Endemol will den Parcours schon im Oktober 2017 testen. Alles musste also in wenigen Monaten produziert werden. Erstaunlicherweise klappte das. „Es waren kurze Nächte und lange Tage“, lacht Bartek. Aber die nächste Herausforderung wartete schon. Der gigantische Parcours, quasi ein Vergnügungspark für Erwachsene, musste in nur acht Tagen auf- und in drei Tagen wieder abgebaut werden. Ein Ding der Unmöglichkeit! Der damit verbundene logistische Aufwand brachte ELI Play an den Rand seiner finanziellen Möglichkeiten. Aber wiederum ließ sich das Team nicht entmutigen. Der Parcours wurde für die Dauer der Shows an Endemol verkauft und im Anschluss gleich wieder zurückgekauft. ELI Play ist also der Besitzer des spektakulären Parcours und kann ihn für Fernsehshows weltweit vermieten.

Noch nie da gewesen

Am Ende wurde es ein ganz neues Konzept: Eine Freizeitaktivität, wie sie noch nie jemand gesehen hat. Traditionell geht es beim Trampolin springen ja hoch und runter. Die Sprungrichtung ist vertikal. Hier springen die Teilnehmer jedoch aus der Schräge heraus. Es gibt unglaublich viele Höhenunterschiede, was den Parcours sehr dynamisch macht. Bartek: „Es könnte ein Riesenerfolg werden, vergleichbar mit Ninja Warrior.“

Hat es denn Ähnlichkeiten mit dieser beliebten Fernsehshow? „In Sachen Dynamik sicherlich“, weiß René. „Aber Ninja Warrior ist eher etwas für echte Athleten. Das hier richtet sich an eine breitere Zielgruppe. An dieser Show nehmen Jugendliche teil, aber auch Senioren. Es geht nicht so sehr um spezifische athletische Fähigkeiten, bei Big Bounce muss man sich vor allem schlau und geschickt anstellen.“ Und der Gewinner bekommt 100.000 Euro. Auch nicht schlecht.

Big Bounce ist eine ganz neue Sache geworden. Ein Leisure-Konzept, das es so noch nicht gab.

Bartek Kusztal

Von Freerunnern getestet

Es schien eine Mission Impossible, aber ELI Play hat es gepackt. Es wurde ein Projektmanager eingestellt und intern konnte ein Team für diese gigantische Aufgabe freigestellt werden. Produziert wurde alles in Eindhoven, in der ehemaligen Hauptzentrale, die immer noch leer stand. „Glück im Unglück“, so René. In nur 18 (!) Wochen wurde der gesamte Parcours gebaut und von phänomenalen Freerunnern getestet, die in ihrer Freizeit nichts lieber tun, als an Wänden hochzulaufen. Um zu verhindern, dass das Team zu viel Zeit mit der Montage verlieren würde, wurde schließlich alles auf 53 (!) Tieflader verfrachtet und in die Aufnahmestudios nach Breda transportiert.

Demnächst allgemein erhältlich

Die Frage ist: Wie können „normale“ ELI Play-Kunden mit Indoor-Trampolinparks von diesem Konzept profitieren? Big Bounce fällt schließlich eher in die Kategorie Extremsport. Ist es für durchschnittliche Trampolinspringer überhaupt sicher? Die Antwort lautet ja. Allerdings werden bei normalen Kunden schon noch einige Anpassungen vorgenommen, damit die Sicherheit in der Anlage nach wie vor gewährleistet ist. Nichtsdestotrotz verfügen diese Kunden dann über einen Original Big-Bounce-Parcours in ihrem Park. René: „Insbesondere nach den Sendeterminen erwarten wir eine große Nachfrage.“

Wir machen aus Big Bounce ein sicheres Konzept für die Freizeitbranche. Demnächst können unsere Kunden auch in ihrem Park einen Original-Parcours anbieten.

René van de Ven

Adel verpflichtet

Big Bounce wird ab dem 26. Januar im deutschen Fernsehen zu sehen sein. Das bringt für ELI Play jede Menge Publicity. Und Wachstum, noch mehr Wachstum. „Wir sind jetzt schon Marktführer in Europa, und Adel verpflichtet“, sagt René. Big Bounce hat dem Innovationsdrang innerhalb des Unternehmens einen unglaublichen Schub gegeben. „Hier rauscht es förmlich vor Ideen.“

Und Endemol war zufrieden? Nein, Endemol war nicht zufrieden. Endemol war überwältigt. Mission accomplished !


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