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„Ich wollte der Edeka der Indoor-Spielanlagen sein“

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Wie Basic Fit-Gründer Arjen Breve (50) sein Herz an Leisure verlor

Drei Kinder, die gerade den Darteldome in Sittard voll ausgekostet haben, sollen zu ihren Müttern kommen. Schön war's! Aber sie gehen nicht mit leeren Händen nach Hause, jedes Kind bekommt noch ein Trinkpäckchen in die Hand gedrückt. Arjen Breve, der gemeinsam mit seiner Frau Eigentümer vier Spielanlagen betreibt, schaut zufrieden zu. „Das ist eine Aktion, die wir zusammen mit dem Getränkehersteller auf die Beine gestellt haben. Leisure ist mehr als nur das Aufstellen von Spielgeräten in einer großen Halle.“

Arjen Breve empfängt uns in Sittard. Er betreibt weitere Indoor-Spielanlagen in Kerkrade, Zaandam und Amsterdam. In Zaandam besitzt er außerdem ein Squash- und Fitnesscenter … Ach so ja, Ski- und Tauchlehrer ist er übrigens auch noch. „Diesen Sommer würde ich eigentlich gerne mal mit Haien tauchen, aber damit ist meine Frau nicht ganz einverstanden.“ Ein markanter Mann. Mit einer Geschichte.

Wie sieht dein Tag aus?

„Ich stehe um 8 Uhr auf. Gegen 9 Uhr fahre ich los. Die Anlage öffnet um halb zehn, also komme ich zeitgleich mit den Mitarbeitern an. Dann schauen wir uns an, welche Kindergeburtstage auf dem Plan stehen und was sonst so anliegt. Vorgestern gab es einen Lehrerstreik. Dann wird es natürlich voll bei uns. Und ich möchte wissen, ob es Krankmeldungen gibt, oder Kollegen, die keinen Spaß mehr an der Arbeit haben, Praktikanten, die die Kunden nicht mit einem Lächeln empfangen, ...“

Müssen die immerzu lächeln, weil der Chef es so will?

„Lächeln ist schon sehr wichtig. Die Besucher kommen her, um Spaß zu haben. Sie sollten also mit einem Lächeln begrüßt und auch wieder verabschiedet werden.“

Mit welcher Indoor-Spielanlage hast du angefangen?

„Kerkrade, 2013. Warum? Weil ich nichts Besseres zu tun hatte. Vorher war ich in der Fitness-Branche tätig. Mit meiner Familie habe ich Basic Fit aufgebaut und 2010 verkauft. Danach haben wir eine Zeit lang nur Immobilien verwaltet. Das waren auch alles Sport- und Freizeitobjekte, aber wir kümmerten uns nur um die Vermietung. Das war auf die Dauer nichts. Ich wollte wieder aktiv sein. Einer meiner Mieter ist ein Kinderspieleland-Betreiber in Almere. Bei einem Besuch bei ihm dachte ich so bei mir: Das in ein schönes Geschäftsmodell! Kurze Zeit später wurde mir von meinem Vermieter in Kerkrade ein Gebäude angeboten. Mir war sofort klar, was ich damit machen wollte.“

Wenn ich was anfange, dann ziehe ich das auch durch. Ich war eine Zeit lang Marktführer in der Fitnessbranche, jetzt möchte ich das bei Kinderspielanlagen erreichen.

Arjen Breve

Zeichnungen Besucher Indoor Spielplatz
Zeichnungen Besucher Indoor Spielplatz

Warum?

„Weil man den ganzen Tag nur glückliche Kinder herumrennen sieht. Und Eltern, die gut gelaunt nach Hause gehen. So etwas erlebt man mit einem Fitnesscenter nicht.“

Hattest du schon Branchenkenntnisse?

„An sich nicht, aber mal so betrachtet: Ob ich nun Eintrittskarten an Fitnessstudio-Besucher verkaufe oder an ein Kind, das spielen möchte … im Prinzip ist es eigentlich das gleiche. Hier stehen Spielgeräte, im Fitnesscenter stehen Sportgeräte. Ich musste einen Trainer einstellen, damit die Kunden sich anstrengen, sich dabei aber nicht verletzen. Hier muss ich dafür sorgen, dass ich Personal habe, das die Kinder bespaßen kann. Eigentlich kein großer Unterschied.“

Jetzt hast du vier Indoor-Spielanlagen. Warum der Expansionsdrang?

„Wenn ich was anfange, dann ziehe ich das auch durch. Ich will der Größte oder der Beste sein. Ich war eine Zeit lang Marktführer in der Fitnessbranche. Jetzt möchte ich dasselbe bei den Indoor-Spielanlagen erreichen. Der Edeka unter den Spielanlagen. Wir bieten einiges an Animation. Wir haben ein professionelles Reinigungsteam. Wir haben immer viel Personal – 75 Mitarbeiter insgesamt. Denn der Service muss stimmen. Und wir haben eine Spielstruktur, mit der die meisten Betreiber zwei Anlagen füllen würden. Ketten wie Ballorig oder Monkey Town werde ich größentechnisch nicht mehr einholen, das geht gar nicht. Die arbeiten aber auch mit einem Franchise-Konzept. Ich mache das in Eigenregie.

Im Norden hatte ich noch zwei Tennishallen, die nicht mehr so gut liefen. Die habe ich dichtgemacht und dafür Trampolinparks und Spielanlagen entwickelt. Eine wird von meinem Bruder, die andere von meinen Töchtern geführt. Die wohnen noch da im Norden, ich bei Maastricht, ganz im Süden.“

Wer liefert die Geräte?

„Für zwei von vier Hallen macht das ELI Play. Die sind viel besser als ‚die Konkurrenz‘. Da bin ich ganz offen. Vor allem der Kundendienst ist sehr gut. Mit meinem Ansprechpartner bei ELI Play hänge ich öfter an der Strippe. Er denkt immer aktiv mit. Gerade das weiß ich als Betreiber zu schätzen. Mitdenken, die Bereitschaft, immer noch einen Schritt weiter zu gehen. Wenn ich bestimmte Gedanken habe, zum Beispiel zum Einsatz von interaktiven Spielgeräten, liefert er konkrete Ideen. Auch die Störanfälligkeit der Geräte von ELI Play ist geringer als bei der Konkurrenz.“

Was machst du, um auf neue Ideen zu kommen?

„Da mache ich viel online. Ich surfe einfach durchs Internet, auf der Suche nach interessanten Spielgeräten. Oder ich lasse mir von meinem Mieter etwas erzählen. Er betreibt auch eine Indoor-Spielanlage hat. Und das ist es auch schon. Ich verlasse mich auf meine eigene Kraft. Und ich gehe auf Messen. Wie letztens in Berlin. Es hat riesigen Spaß gemacht, sich dort umzusehen. Ich habe meine Kinder mitgenommen, und die haben viel ausprobiert. Ich nicht. Ich hab nur geguckt. Obwohl in mir auch ein großes Kind steckt. Man braucht mich nur auf ein Mountainbike zu setzen. Und dann ab ins Gelände, ab in den Schlamm. Herrlich!“

Kreative Ideen Indoor Spielplatz

Was ist typisch für die Leisure-Branche?

„Die Kunden sind anspruchsvoll. Oder besser gesagt: Sie fordern mehr. Ihre Kinder müssen bespaßt werden. Man muss viel tun, um die Kunden wirklich zufriedenzustellen. Also berate ich mich mit meinen Mitarbeitern mindestens alle zwei Tage, was für Aktionen wir anbieten können und ob die Animation noch gut ankommt. Wird immer noch getanzt? Sollen wir uns neue Lieder überlegen? Und gerade das macht mir ja Spaß.“

Ist man es nicht irgendwann leid, jeden Tag wieder Girlanden aufzuhängen?

„Nein, denn ich hänge sie ja nicht auf. Ich bin ein Manager, der den Überblick behält, Aufgaben verteilt und machen lässt. Wenn ich möchte, dass etwas entwickelt wird, dann sage ich das und meine Leute machen sich an die Arbeit. Ich muss das nur im Auge behalten. Auch frage ich meine Mitarbeiter nach Ideen. Immerhin sind sie es, die den ganzen Tag zwischen den Kindern herumlaufen und die hören, was ankommt oder was man doof findet. Ich möchte wenigstens einmal pro Monat etwas Neues hören. Vielleicht ein Mitmachtheater, ein Vorlesevormittag oder ein Tanznachmittag.“

Und dazu immer lächeln?

„Das ist in dieser Branche kein Problem. Und ich erwarte auch von meinen Mitarbeitern ein breites Lächeln. Deswegen setze ich auf Aufgabenrotation: heute Empfang, morgen Küche und übermorgen Animation. Abwechslung bei der Arbeit – das hält einen fröhlich.“

Wie viele Indoor-Spielanlagen wirst du in zehn Jahren haben?

„Sechs. In zehn Jahren bin ich fast 60. Ich hoffe, dass meine Kinder bis dahin genug Aufgaben von mir übernommen haben, damit Papa nicht mehr arbeiten muss.“

Und wieder verlässt ein Kind das Gebäude. Natürlich mit Trinkpäckchen. In Tränen aufgelöst. Arjen Breve dreht sich um und sagt leise: „Das finde ich das Schönste hier: Wenn die Kinder beim Gehen weinen, dann hat man alles richtig gemacht.“


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